Schießsportzentrum Suhl-Friedberg

Geschichte des Suhler Schießsportzentrums

Durch die handwerkliche und berufsbedingte Entwicklung in der Waffengeschichte vor allem in Suhl war abzusehen, dass auch viele Bürger für das Schießen ihre Begeisterung fanden. In der Zeit des 15. – 17. Jh. war Suhl der einzige Ort der Waffenherstellung Deutschland.

1703 wurde das erste Schießhaus in Suhl errichtet und im Laufe der Jahre ständig erweitert.

Dennoch gab es in Suhl keinen geeigneten Schießstand für größere Wettkämpfe. So wurden die bekannten Fajas-Wurftauben-Wettkämpfe, z.B. um 1964, noch in Leipzig abgehalten. Viele bekannte Sportschützen der früheren Zeiten sind heute noch bekannt, wie z.B. Erich Krempel und Hugo Heim, die Suhl schon in Punkto Schießkunst berühmt machten.

Das Schießsportzentrum in Suhl wurde 1971 in Betrieb genommen. Im selben Jahr ging hier die erste Europa­meisterschaft über die Bühne. 1978 folgte eine weitere Europameisterschaft. Und auch die 44. Weltmeister­schaft 1986 brachte dem Schießsportzentrum auf dem Friedberg Anerkennung durch Sportler und Besucher zugleich. 80.000 Zuschauer verfolgten begeistert diese Weltmeisterschaft, und ebenso viele Zuschauer am Fernsehen konnten dies bei der 1. Fernseh-Live­übertragungen, die es überhaupt je im Schießsport gegeben hatte, mitverfolgen. Diese weltweite Anerkennung als hervorragende Wettkampfstätte wird ihr bis heute bestätigt. 61 Nationen beteiligten sich an dieser WM.

Jährliche internationale Wettkämpfe wie der Weltcup, der Grand Prix und verschiedene Pokalwettkämpfe mit starker internationaler Beteiligung waren das Ergebnis dieser Popularität und haben den Ruf der Suhler Anlage weiterhin gefestigt.

Nach der Wende fielen staatliche Zuschüsse weg, Liquiditätsprobleme herrschten und Eigentumsfragen mussten geklärt werden. Pläne zur Umwandlung in ein Golfzentrum oder eine CD-Fabrik kamen in Betracht. 1993 wurde dann der Förderverein SSZ e. V. gegründet. Der Präsident wurde der damalige Oberbürgermeister Dr. Martin Kummer. Heute kann auf dieser Anlage das gesamte olympisches Programm geschossen werden!

Die Anlage selbst umfasst ca. 29 Hektar und ist in zwei verschiedene Bereiche geteilt. Zum einen in das sportliche und jagdliche Schießen. Zum sportlichen Teil des Schießens gehören das Schießen mit Gewehr und Pistole, zum jagdlichen Schießen gehören das Wurfscheibenschießen wie Trap, Skeet und Doppeltrap sowie das „Laufende-Scheibe-Schießen“.

Das SSZ ist heute Olympiastützpunkt, Bundes­leistungs­zentrum, Landesleistungszentrum, existiert aber genauso für den Breiten- und Freizeitsport.


Natürlich wurden an einer solchen Anlage mit höchsten Ansprüchen Rekonstruktionen notwendig, um auf dem neusten Stand der Zeit zu bleiben. Daher erfolgten in der Zeit von 1997 bis 1999 Rekonstruktionsmaßnahmen im SSZ für 22,8 Millionen DM. Kosten, die zu je einem Drittel von Bund, Land und Stadt getragen wurden.

Neben dem Neubau einer Empfangs- und Informationshalle wurden vor allem die 50 m Gewehr- und Pistolenstände, die große Mehrzweckhalle, die Wurfscheibenstände, die Sportler- und Touristenunterkünfte und das Verwaltungsgebäude grundlegend modernisiert und behindertengerecht ausgeführt. Konferenz- und Seminarräume ergänzen heute die Möglichkeiten der Nutzung der Schießsportanlage, was das Schießsportzentrum Suhl wieder in der Tatsache bekräftigt, zu einer der modernsten Anlagen der Welt zu zählen.

Zudem ist die große Mehrzweckhalle mit einer hochmodernen Belüftungs- und Heizungsanlage und einem Krafttrainings-Raum ausgestattet.